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Ergebnisse der 10. DGÄPC-Patientenbefragung

Zwar widme ich mich als Gesichtschirurg vornehmlich einem ganz bestimmten Bereich der Ästhetisch-Plastischen Chirurgie und verfolge anders als viele Plastische Chirurgen in Deutschland einen interdisziplinären Ansatz in der Ästhetischen Medizin. Dennoch beobachte ich immer mit Spannung die Veröffentlichungen der Deutschen Gesellschaft für Ästhetisch-Plastische Chirurgie (DGÄPC), zu deren Gründern mein Vater zählte. Die DGÄPC führt mittlerweile schon seit zehn Jahren umfangreiche Befragungen unter den Patienten ihrer Mitglieder durch, um damit Einblicke in Wünsche der Patienten, aber auch aktuelle Trends des Fachgebiets zu gewinnen. Ich habe mir die kürzlich vorgestellten Daten etwas genauer angesehen.

Das Gesicht rückt stärker in den Fokus der Patienten

Besonders auffallend ist beim Blick auf die beliebtesten ästhetisch-plastischen Operationen der Deutschen der relative Rückgang der Brustkorrekturen. Damit gewinnen andere Eingriffe der Körperformung, nicht zuletzt aber auch Eingriffe der Gesichtschirurgie an Bedeutung. Vor allem bei diesen scheint die Nachfrage im vergangenen Jahr etwas stärker gewachsen zu sein als bei Körperkorrekturen. So führt die Augenlidkorrektur, die von 14,1 Prozent der Patienten gewünscht wurde, erstmals seit vielen Jahren die Statistik an. Ebenfalls unter den Top Ten sind andere Klassiker der Gesichtschirurgie wie das Facelift (8 Prozent), die Lippenkorrektur (6,5 Prozent) und die Nasenkorrektur (3,7 Prozent). Betrachtet man nur die männlichen Patienten, kommt auch noch die Ohrenkorrektur hinzu.

Schönheitschirurgie Trends

Bedeutung der nichtinvasiven Maßnahmen

Häufiger als zu großen plastischen Operationen, kommen Patienten allerdings wegen kleinerer, sanfterer Behandlungen in die Praxen und Kliniken. Das zeigt auch die aktuelle Statistik der DGÄPC, wobei ich die Injektionsbehandlungen hier noch für etwas unterrepräsentiert halte. Das liegt aber vielleicht auch daran, dass Patienten, die nur zu einer Faltenbehandlung den Arzt aufsuchen, nicht so viel Geduld für die Teilnahme an einer Patientenbefragung mitbringen. Nichtsdestotrotz führt die Faltenbehandlung mit Botulinumtoxin („Botox-Behandlung“) die Gesamttabelle an und ist damit noch beliebter als die häufigsten Schönheitsoperationen. Dicht dahinter folgen Faltenunterspritzungen mit Fillern auf Basis von Hyaluronsäure, die übrigens bei weiblichen Patienten nach wie vor viel beliebter sind als bei männlichen. Ordnet man die häufigsten nichtchirurgischen Maßnahmen in die Top Ten der Plastischen Operationen, wie es die DGÄPC in diesem Jahr getan hat, schafft es sogar die Faltenunterspritzung mit körpereigenem Fett noch in die Tabelle.

minimal invasive Behandlungen

Ausblick: Minimalinvasive ästhetische Behandlungen

Ergänzt werden kann, dass die neue Statistik auch zeigt, in welchem Verhältnis nichtchirurgische zu chirurgischen Maßnahmen in der Ästhetisch-Plastischen Chirurgie stehen. Demnach war mit 30,8 Prozent im vergangenen Jahr fast jede dritte Behandlung, die von einem Ästhetisch-Plastischen Chirurgen in Deutschland durchgeführt wurde, eine sogenannte sanfte Behandlung, die ohne Skalpell auskam. Dies gibt vielleicht nur eine Orientierung (wie gesagt schätze ich den Anteil noch höher ein), aber es zeigt welche Bedeutung nichtinvasive Behandlungen mittlerweile schon in dem eigentlich chirurgischen Fachgebiet besitzen. Ich gehe davon aus, dass diese Bedeutung in den kommenden Jahren noch deutlich steigen wird.